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Drei Grundbedürfnisse, die Motivation und Wohlbefinden prägen

Die Self-Determination Theory zeigt, warum Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit zentrale Bedingungen für menschliches Erleben und Entwicklung sind.

 

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Wenn Entwicklung an der Oberfläche bleibt

In vielen Kontexten wird derzeit viel dafür getan, Entwicklung zu ermöglichen. Es werden Programme entwickelt, Formate angeboten und Maßnahmen gesetzt, die Menschen stärken und in Bewegung bringen sollen.

 

Und dennoch zeigt sich immer wieder eine ähnliche Erfahrung: Vieles bleibt an der Oberfläche. Impulse werden aufgenommen, aber nicht weitergetragen. Veränderung wird angestoßen, verliert jedoch im Alltag an Wirkung. Die Frage ist, woran das liegt.

Motivation ist nicht beliebig herstellbar

Häufig wird angenommen, dass es an Motivation fehlt oder daran, dass Menschen sich nicht ausreichend einbringen. Der Blick richtet sich dann schnell auf Verhalten, auf Haltung oder auf das, was anders gemacht werden sollte.

 

Dabei gerät aus dem Blick, dass Motivation nicht unabhängig von den Bedingungen entsteht, unter denen Menschen handeln. Sie lässt sich nicht beliebig erzeugen, sondern ist an Voraussetzungen gebunden.

Drei grundlegende Bedürfnisse

 Die Self-Determination Theory von Edward Deci und Richard Ryan beschreibt drei psychologische Grundbedürfnisse, die für Motivation, Entwicklung und Wohlbefinden entscheidend sind (Deci & Ryan, 2000):

 

Autonomie: das Erleben, eigene Entscheidungen treffen zu können und nicht ausschließlich von äußeren Vorgaben bestimmt zu sein.
Kompetenz: die Erfahrung, wirksam zu sein und Anforderungen bewältigen zu können.
Soziale Eingebundenheit: das Gefühl, zugehörig zu sein und in Beziehung zu stehen.

 

 

Diese Bedürfnisse gelten als universell. Sie zeigen sich unabhängig von Kontext oder kulturellem Hintergrund als grundlegende Voraussetzung dafür, dass Menschen sich einbringen und entwickeln können.

Wenn grundlegende Bedürfnisse nicht erfüllt sind

Diese drei Dimensionen sind nicht austauschbar. Wenn eines dieser Bedürfnisse dauerhaft nicht erfüllt ist, kann das nicht durch die anderen kompensiert werden.

 

Die Auswirkungen zeigen sich häufig nicht unmittelbar, sondern entwickeln sich schleichend. Engagement nimmt ab, Orientierung geht verloren, und eine innere Distanz entsteht. Selbst gut gemeinte Maßnahmen erreichen Menschen dann nicht mehr in der Tiefe.

Was das für Entwicklung bedeutet

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Entwicklung nicht allein durch zusätzliche Impulse entsteht. Sie ist daran gebunden, ob die grundlegenden Bedingungen gegeben sind, unter denen Menschen handeln, lernen und sich einbringen. Das verändert den Blick.

 

Nicht die Frage, was Menschen tun sollten, steht im Vordergrund, sondern welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie überhaupt in der Lage sind, sich zu entwickeln und wirksam zu bleiben.

Raum für Vertiefung

Im Rahmen von „Akademie am Abend“ greifen wir genau solche Fragen auf und nehmen uns Zeit, sie gemeinsam zu vertiefen.

Quelle: Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The “What” and “Why” of Goal Pursuits: Human Needs and the Self-Determination of Behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268.

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